Hebron im West Bank Gebiet ist nicht nur eine zerrissene Stadt, sondern auch Weltkulturerbe. Die Altstadt beherbergt einer der bedeutendsten Orte für jüdisch und muslimisch Gläubige; das Grab von Abraham in der „Höhle der Patriarchen“.
In Hebron leben überwiegend palestinensische Araber, Haus an Haus mit ca. 500 israelischen Siedlern, welche von ca. 2000 israelischen Soldaten beschützt werden. Da sich der Konflikt zwischen Arabern und israelischen Siedlern zugespitzt hatte wurde eine Pufferzone eingerichtet. Eine einst quirlige Marktstrasse wurde für Palästinenser gesperrt. Um zu vermeiden das beide Parteien aufeinander treffen wurden ausserdem Gehwege durch Zäune getrennt. Will man die Altstadt besuchen, müssen erstmal zahlreiche israelische Militär Checkpoints passiert werden. Für Araber ist es verboten die andere Seite zu betreten, Israelis hingegen können sich frei bewegen. Kaum vorzustellen was sich hier täglich auf den Strassen abspielt.
Die Seite der Palästinenser
Ein Blick früh morgens von meiner Unterkunft über die Dächer von Hebron.
Dieser Checkpoint ist der Eingang in die Altstadt.
Links vom Zaun ist der Gehweg für Araber, rechts für Israelis und Touristen.
Die Gassen der Altstadt werden durch eine Absperrung geschützt, da israelische Siedler immer wieder Steine, Müll und Fäkalien rüberschmeissen.
Bazaar in der Altstadt von Hebron.
Ein weiterer Checkpoint der in das abgesperrte Gebiet der Siedler führt.
Das Grab Abrahams – Die Höhle der Patriarchen
Die Höhle der Patriarchen in Hebron ist eine wichtige Stätte des Judentums und des Islam. In ihr befinden sich der Tradition zufolge die Ruhestätten der drei Erzväter Abraham, Isaak, Jakob und ihrer Frauen Sara, Rebekka und Lea. Es gibt einen Teil für Muslime mit einer Moschee und einen Teil für die jüdisch Gläubigen mit einer Synagoge.
Aufgrund der Lage der heiligen Stadt ist das Grab der Patriarchen und die Stadt Hebron im Ganzen ein besonderer Streitpunkt im Nahostkonflikt. Um in der zweitheiligsten Stadt des Judentums jüdisches Leben aufrechtzuerhalten, leben einige Hundert jüdische Siedler inmitten der Altstadt unter der ansonsten arabischen Bevölkerung. Es kommt regelmäßig zu Konflikten zwischen den israelischen und den arabischen Einwohnern. Den Höhepunkt der Gewalttätigkeiten bildete 1994 ein Massaker, bei dem 29 Palästinenser getötet wurden. Das Grab der Patriarchen steht heute unter starker Bewachung durch die israelische Armee. Die Verwaltung liegt in den Händen einer islamischen Stiftung.
Eingang zum Grab auf der muslimischen Seite.
Das Grab von Abraham vom muslimischen Teil aus gesehen.
Die israelische Seite für die Gläubigen des Judentums.
Religionsunterricht in der Synagoge.
Am Eingang zur Synagoge stehen zwei schwer bewaffnete Sicherheitsmänner.
Der Platz rund um die Synagoge wurde mit Zäunen abgesperrt, um Araber fernzuhalten.
Die Altstadt von Hebron – Weltkulturerbe
Die Unesco hat die Altstadt von Hebron im Westjordanland zum Weltkulturerbe erklärt und zugleich auf die Rote Liste gefährdeter Stätten gesetzt. Mit der von Israel heftig kritisierten Entscheidung gab die Unesco einem umstrittenen Notfallantrag Palästinas statt.
Hier wird frischer Saft gepresst.
Souvenirverkäufer in den Gassen der Altstadt.
Israelische Siedler leben in der Altstadt direkt über den Häusern der Araber. Streit und Hass ist hier an der Tagesordnung.
Was ist da los? Rakete?
Im Vordergrund die Terrasse einer palästinensischen Familie. Im Hintergrund ein Wachturm der israelischen Armee um die Nachbarn, welche israelische Siedler sind, zu beschützen. Der Krieg findet hier längst in der Nachbarschaft statt.
Alte Eingänge in die Altstadt wurden durch die Israelis verbarrikadiert.
Ich war bei einer palästinensischen Familie untergebracht und erlebte grosse Gastfreundschaft.
Mein Frühstück bei der palästinensischen Gastfamilie.
Ausblick von der Terrasse meiner Unterkunft über die Altstadt. So frei wie diese Tauben ist hier niemand.
Der Konflikt in Hebron
Hebron wurde in ihrer langen Geschichte immer wieder eingenommen, besetzt und erobert.
1929 kam es zu einem furchtbaren Massaker, bei dem 67 Juden, durch Araber getötet wurden. 1980 attackierten extremistische Araber eine Gruppe von Juden, die gerade vom Freitagsgebet heimkehrten. Es gab 6 Tote sowie viele Verletzte. 1994 ermordete ein extremistischer Siedler mit einem Sturmgewehr 29 betende Muslime in der Abraham-Moschee, hunderte wurden verletzt. Daraufhin kam es einige Jahre später zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Arabern und israelischen Sicherheitskräften. 2005 wurden Überwachungstürme sowie Mauern, Zäune und etliche Straßensperren und Checkpoints errichtet.
Da sich der Konflikt zwischen Araber und israelischen Siedlern zugespitzt hatte wurde eine Pufferzone eingerichtet, eine einst quirlige Marktstrasse wurde für Araber gesperrt und steht jetzt leer.
Hebron ist ein sehr gutes Beispiel welches zeigt wohin Hass, Rassismus, Gewalt und Abschottung führt. Eine Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht.
Die Balkone der Palästinenser werden in der Pufferzone mit Gittern geschützt und ein Zugang zum eigenen Haus ist teilweise nur über das Dach möglich.
In Hebron sind insgesamt ca. 2000 israelische Soldaten stationiert um 500 Siedler zu beschützen.
„Einem Menschen seine Menschenrechte verweigern bedeutet, ihn in seiner Menschlichkeit zu missachten.“ – Nelson Mandela
Nützliche Infos für eine Reise nach Palästina
0 comments