Am 14.Oktober 2009 war es endlich soweit. Geplant war eine 6 monatige Reise mit dem eigenem Auto, von Deutschland bis nach Kapstadt in Südafrika, um dort zur Fussball WM anzukommen. Doch es kam alles ganz anders als geplant. Aus den 6 Monaten wurden 22 Monate, 52 ooo km und 23 Länder.
Dabei waren wir anfangs insgesamt zu viert unterwegs. Sarah aus Stuttgart, Barbara aus Innsbruck, Marcel aus Gotha und ich, Daniel, hatten uns über ein Reiseforum im Internet kennengelernt. Nach einer kurzen Kennenlernphase hat es soweit gepasst, dass wir uns zutrauten zusammen loszufahren. Als Reisemobil diente uns Marcel’s alter Land Rover und ein alter Mercedes Benz 190D, den ich mir extra für diese Reise gekauft hatte um ihn in West Afrika wieder zu verkaufen.
Die Anreise durch Europa
Gestartet sind Sarah und ich in meinem Heimatort Göggingen in Baden Württemberg um uns auf den Weg nach Innsbruck zu machen um Barbara abzuholen. Marcel fuhr erst ein paar Tage später los um in Marokko auf uns zu treffen. In 10 Tagen ging es über Italien, Frankreich, Spanien bis runter an den südlichsten Zipfel nach Tarifa. Von dort aus gibt es eine Fähre nach Marokko. Am 22.Oktober 2009 standen wir dann nach einer 35minütigen Überfahrt endlich in Tanger, Marokko. Und schon waren wir in einer völlig anderen Welt, das Abenteuer Afrika konnte beginnen. Kilometerstand 2930 km.
Diesen Mercedes Benz 190D hatte ich mir gekauft um ihn in West Afrika wieder zu verkaufen.
Sarah und ich kurz vor der Abreise in Göggingen.
Unterwegs nach Afrika – Barbara am Steuer.
Die Fähre von Tarifa nach Tanger, Marokko.
Erstes Etappenziel – Die blaue Stadt Chefchaouen
Unser erstes Ziel war die blaue Stadt Chefchaouen am Rande Rifgebirges, eine wirklich sehenswerte kleine Stadt und eines der grössten Anbaugebiete von Cannabis. Dementsprechend oft wurde uns auch was auf den Strassen hier angeboten. Am nächsten Tag haben wir Marcel getroffen, der mit der Fähre aus Genua gekommen war. Zusammen haben wir unser Lager auf einem Campingplatz errichtet und uns vorbereitet für die gemeinsame Weiterfahrt in Richtung Süden.
Hamam in der blauen Stadt Chefchaouen.
Von links nach rechts – Barbara, Marcel und Sarah.
Unser erstes Camp. Erstmal alles umräumen für die Weiterreise in den Süden.
Marcel muss an seinem alten Land Rover noch das Radlager tauschen.
Abends im Camp.
Die Dünen von Merzouga
Nach einem kurzen Stopp in Meknes und Fes war unser nächstes Ziel die Sanddünen von Merzouga an der Grenze zu Algerien. Hier hatten wir einen herrlichen Platz zum campen, direkt neben den Dünen in einer kleinen Oase. Abends am Lagerfeuer haben wir gegrillt und konnten uns gar nicht satt sehen an dem gigantischen Sternenhimmel über uns. Am nächsten morgen nach dem morgendlichen Kaffee, ging es dann schon wieder weiter in Richtung Marrakesch.
Das Sandmeer in Merzouga.
Die Aussicht von der Düne oben war grandios.
Unsere Camping Oase in Merzouga, traumhaft.
Crash in Marrakesch
Wir waren in Marrakesch an der Ampel gestanden und auf einmal fährt ein Motorrikscha Fahrer in die Seite rein. Zum Glück ist niemand verletzt worden. Nach einer ewigen Diskussion mit dem Schuldigen, der Polizei und weiteren Passanten haben wir dann 10 Euro für unseren kleinen Schaden bekommen. Immerhin, denn in solchen Fällen muss man meist noch draufzahlen um keinen weiteren Ärger zu bekommen. Zwei Tage lang haben wir uns in dieser chaotischen und quirligen Stadt umgesehen und die Märkte und Cafe’s besucht, bevor es dann weiter in Richtung Atlantik ging.
In den Strassen von Marrakesch.
Der Djemaa el Fna Platz.
Das hohe Atlas Gebirge.
Rast am Strassenrand.
Immer weiter geht es in Richtung Süden.
Aus dem Alltag eines Reisenden
Auszug aus meinem damaligen Blog: “Interessante Einkäufe auf dem Bazaar tätigen, herumärgern mit Touristenschleppern, Leute abwimmeln die einen mit Affen und Schlangen bewerfen, arabische Rückenmassage, Fotoausstellung besichtigen, gutes Essen, Tee trinken, Grosseinkauf im Mega Supermarkt, Fahrt nach Essaouira, aufbauen des Camps, Strandspaziergang im Sturm, frieren, kalt duschen, Sightseeing, Tee trinken, Wäsche machen, fangfrischen Fisch zubereiten und grillen, frisch gepressten Orangensaft trinken, Besuch eines Internet Cafe’s, Nutella Crepes essen, Paket nach Deutschland versenden, mit dem Auto in die Werkstatt fahren, in der Werkstatt TV schauen, Parkplatzwächter bezahlen, Steak und Würste grillen, Mühle spielen, Versicherung fürs Auto abschliessen, Tee trinken, Muscheln sammeln, Ölstand prüfen und Öl nachfüllen, Fotos fürs den Blog aussortieren, diskutieren, Camp abbauen, weiterfahren in Richtung Süden, Pause am Atlantikstrand, tanken, Olivenhonig und Öl von einem Strassenhändler kaufen, Fisch essen, Agadir at Night, begreifen das Agadir nicht das Richtige Marokko ist, Taxi fahren, Tee trinken, Internet. Gute Nacht, Patt Problem!”
Essaouira, eine der schönsten Städte in Marokko.
Fischerboot und hungrige Möwen in Essaouira.
Unser Abendessen.
Das ist unsere Gruppe. Sarah, Barbara, Marcel und ich.
Hier wird ein Stück von meinem Auspuff abgetrennt, da er die Stoßstange zum schmelzen gebracht hat.
West Sahara
Je weiter wir in den Süden kamen, desto monotoner wurden die Landschaften und die Strecken zur nächsten Stadt immer länger. Nach einer 10 stündigen Fahrt durch die West Sahara erreichten wir nicht das Ende der Welt, sondern die Wüstenstadt Dakhla. Auf dem Weg dorthin gab es einen Checkpoint nach dem anderen, bei denen wir Kopien unserer Pässen abgeben mussten. Manch ein Soldat bettelte sogar nach Zigaretten oder Alkohol, der hier sogar verboten ist.
Dakhla – Unvergesslich, der irrsinnig grosse Haufen an Transsahara Reisenden, die sich hier versammelten. Der Campingplatz war übervoll. Ein Spanier kam auf uns zu und fragte, ob wir schon ein Visum für Mauretanien hätten. Es seien einige Leute von der Grenze nach Mauretanien zurück nach Dakhla gekommen, da dort keine Visa mehr ausgestellt werden. Einer, damals ein Unbekannter mittlerweile ein Freund(Rene), ist anscheinend mit den Pässen auf die Kanaren geflogen um die Visa für alle zu besorgen. Zum Glück hatten wir unsere schon in Deutschland bei der mauretanischen Botschaft in Berlin bekommen. Die Grenze nach Mauretanien liegt jetzt direkt vor uns, das Tor nach Westafrika. Aber vorher musste noch ein Minenfeld durchquert werden, doch davon erzähle ich euch im nächsten Artikel. Kilometerstand in Dakhla: 5750 km
Das Eingangs Tor in die West Sahara.
Toiletten Tür bei einer Tankstelle in der West Sahara.
Barbara hat unsere Erlebnisse in einem Buch niedergeschrieben. HIER könnt ihr es kaufen.
Teil 2 – Die islamische Republik Mauretanien
Jetzt bin ich aber baff! Ein toller Rückblick! Ich bin gespannt auf die nächsten Teile!